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HSK Bildungsnetzwerk Welle mit Punkten

Kita-Kin­der (im Alter von 3 — & Jah­ren) ent­wi­ckeln einen eige­nen Geschmack und ein eige­nes Bewusst­sein für ästhe­ti­sche Kri­te­ri­en, wol­len selb­stän­di­ger sein und erfor­schen ihre Umwelt zuneh­mend eigen­sin­ni­ger. Dabei kann ihnen das Tablet und vor allem des­sen Kame­ra behilf­lich sein.

Das Medi­en­zen­trum hat in den ver­gan­ge­nen Wochen mit ver­schie­de­nen Kitas im Hoch­sauer­land­kreis aus­pro­biert, wie Kin­der mit dem Tablet ihre Wahr­neh­mung schu­len, ihre Neu­gier­de ver­fol­gen und sich selbst dar­stel­len kön­nen. Das sind ihre erprob­ten Ideen:

Recht am eige­nen Bild beach­ten

Bevor es für die Kita-Kin­der ans Foto­gra­fie­ren ging, wur­de mit ihnen das Recht am eige­nen Bild bespro­chen. Denn Kin­der haben ein Recht dar­auf, zu ent­schei­den, ob sie foto­gra­fiert wer­den möch­ten oder nicht. Und das kön­nen sie in jeder Foto­si­tua­ti­on neu ent­schei­den, auch wenn die Eltern dem Foto­gra­fie­ren gene­rell zuge­stimmt haben.

Die Kitas haben mit den Kin­dern bespro­chen, dass sie ande­re Kin­der und Erzieher:innen fra­gen, ob sie foto­gra­fiert wer­den möch­ten. Eini­ge Kin­der haben dafür sogar Ein­ver­ständ­nis-Aus­wei­se gebas­telt.

Aus der Sicht der Kin­der

Mit der Kame­ra des Tablets kön­nen Kin­der selbst als Fotograf:innen aktiv wer­den. Dabei erge­ben sich span­nen­de Per­spek­ti­ven, zum Bei­spiel für die Port­fo­lio-Arbeit. „So sind ganz ande­re Bil­der ent­stan­den, als wenn wir Erwach­se­nen die Fotos gemacht hät­ten. Die Kin­der haben einen eige­nen Blick auf die Din­ge.“, berich­tet eine Kita. Auch das Aus­wäh­len der Fotos über­nah­men die Kin­der selbst und konn­ten so ihren eige­nen Geschmack wei­ter­ent­wi­ckeln.

In einer ande­ren Kita haben die Vor­schul­kin­der sich mit Fotos ihrer Lieb­lings­din­ge vor­ge­stellt.

Falls die Kame­ra im Frei­spiel zur Ver­fü­gung gestellt wird, kann mit den Kin­dern abge­spro­chen wer­den, dass sie als ers­tes ein Foto von sich oder ihrem Zei­chen machen, bevor sie ande­re Din­ge foto­gra­fie­ren. So kann nach­träg­lich nach­voll­zo­gen wer­den, wer die Fotos auf­ge­nom­men hat.

Ganz nah dran

Die Zoom-Funk­ti­on der Kame­ra eig­net sich beson­ders gut zum For­schen. Damit las­sen sich näm­lich Ober­flä­chen­struk­tu­ren und Details sicht­bar machen, die mit dem blo­ßen Auge schwer erkenn­bar sind. Wäh­rend in der einen Kita vor allem der Gar­ten unter­sucht und Pol­len an Bie­nen foto­gra­fisch fest­ge­hal­ten wur­den, beschäf­tig­te sich eine ande­re Kita so mit unter­schied­li­chen Stof­fen.

In einer ande­ren Kita wur­den aus den Zoom-Auf­nah­men und den dazu pas­sen­den Ganz­auf­nah­men von den Kin­dern ein Memo­ry gebas­telt: „Das Spiel ist jetzt schon wochen­lang sehr beliebt, weil die Kin­der es selbst her­ge­stellt haben.“

Gebau­tes fest­hal­ten

Der rie­sen Turm auf dem Spiel­tep­pich oder die Tier­land­schaft auf dem Grup­pen­tisch kön­nen dort so nicht ewig ste­hen blei­ben. Spä­tes­tens beim nächs­ten Auf­räu­men, muss oft alles wie­der abge­baut wer­den.

Mit Fotos kön­nen Kin­der ihre Wer­ke fest­hal­ten, stolz in ihr Port­fo­lio kle­ben oder beim nächs­ten Mal nach- und wei­ter­bau­en. So ler­nen Kin­der, dass Fotos uns beim Erin­nern hel­fen kön­nen und wir mit ihnen Momen­te fest­hal­ten kön­nen.

Foto-Col­la­gen

Wenn Kin­der mit der Kame­ra auf die Suchen nach Far­ben gehen, dann rich­ten sie ihren Fokus nicht auf das digi­ta­le Gerät in ihrer Hand, son­dern auf ihre Umge­bung.

Wer­den die Fotos dann noch aus­ge­druckt und auf ein Pla­kat geklebt oder mit der App „Book Crea­tor“ zu einem The­men­buch zusam­men­ge­stellt, kön­nen sie das behan­del­te The­ma anschau­lich aus ihrer Per­spek­ti­ve prä­sen­tie­ren.

Die Idee lässt sich natür­lich auch auf ande­re The­men über­tra­gen:

  • Wie macht sich der Herbst bemerk­bar?
  • Wel­che Din­ge sehen aus, als hät­ten sie ein Gesicht?
  • Wel­che For­men fin­den wir in unse­rem Grup­pen­raum?
  • Was ist alles magne­tisch?

Ein Bild sagt mehr als tau­send Wor­te

In einer Kita wur­den aus­ge­druck­te Fotos genutzt, um Anlei­tun­gen für ver­schie­de­ne Medi­en für die Kin­der ver­ständ­lich zu machen. Dar­auf wur­de deut­li­chen, wel­chen Knopf sie bei­spiels­wei­se für die Foto-Auf­nah­me drü­cken müs­sen.

In einer ande­ren Kita wur­den Fotos in die klei­nen Bild­ta­schen der besprech­ba­ren Tafel gesteckt. So konn­ten Bild und Audio ver­knüpft wer­den und die Kin­der neue Wör­ter ler­nen.

Pflan­zen erken­nen

Mit der App „Flo­ra Inco­gni­ta“ kön­nen mit­hil­fe von Foto­auf­nah­men Pflan­zen erkannt wer­den. Pas­send zum Kneip-Tag schick­te eine Kita die Fami­li­en mit der App los, um im Gar­ten num­me­rier­te Pflan­zen zu bestim­men und ken­nen­zu­ler­nen.

Bil­der kön­nen lügen

Das Bil­der nicht immer die Rea­li­tät abbil­den, haben eini­ge Kin­der selbst aus­pro­biert. Dafür foto­gra­fier­ten sie sich und anschlie­ßend ihre gebas­tel­ten Heiß­luft­bal­lons vor einem Green Screen und füg­ten alles mit einem Wol­ken­bild als Hin­ter­grund zu einem spek­ta­ku­lä­ren Foto zusam­men. Sie erfan­den dann noch pas­sen­de Lügen­ge­schich­ten für ihr Foto und prä­sen­tier­ten die­se mit­tels besprech­ba­ren Tel­li­me­ro-Sti­cker ihren Eltern. Die staun­ten nicht schlecht.

Eine ande­re Kita nut­ze die auto­ma­ti­sche Aus­schnei­de-Funk­ti­on in der Gale­rie des Tablets, um lügen­de Fotos zu kre­ieren. Dazu foto­gra­fier­ten sie sich und drück­ten dann in der Foto-Ansicht lan­ge auf ihre Per­son, bis die­se sich auto­ma­tisch vom Bild lös­te und als Sti­cker abge­spei­chert wer­den konn­te. Anschlie­ßend foto­gra­fier­ten Sie einen Gegen­stand für den Hin­ter­grund. Beim Bear­bei­ten des Hin­ter­grund­fo­tos wur­de dann der Sti­cker an die gewünsch­te Stel­le plat­ziert und plötz­lich saßen klei­ne Kin­der auf einer rie­si­gen Gieß­kan­ne.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, lügen­de Fotos auf­zu­neh­men, und das ganz ohne Bild­be­ar­bei­tung: Die pas­sen­de Per­spek­ti­ve wäh­len. Wenn also eine Tas­se ganz nah an die Kame­ra plat­ziert wird und die Kin­der ganz weit weg, ent­steht im pas­sen­den Win­kel ein Foto, das die Kin­der aus der Tas­se her­aus­gu­cken lässt.

Tipp: Geführ­ter Modus / App fixie­ren

Damit die Kin­der mit dem Tablet wirk­lich nur die App nut­zen, die sie für ihre Idee oder Auf­ga­be brau­chen, kön­nen Sie die App fixie­ren. Die Kin­der kön­nen die App dann nicht schlie­ßen und auch der Bild­schirm wird in die­ser Ein­stel­lung nicht gesperrt.

Die Sei­te www.medienkindersicher.de erklärt, wie es geht:

Noch mehr Medi­en­bil­dungs-Ideen für die Kitas im HSK sind auf unse­rer Sei­te “Medi­en­bil­dung trifft Kita” gebün­delt.

Die hier vor­ge­stell­ten Apps und Gerä­te kön­nen sich Kitas im Hoch­sauer­land­kreis kos­ten­los beim Medi­en­zen­trum aus­lei­hen.

Kat­ja Str­ef­fing

Medi­en­päd­ago­gin

Kat­ja Str­ef­fing

Medi­en­päd­ago­gin