Schulische Bildung in Zeiten demokratiefeindlicher Bestrebungen – neutral gegenüber der AfD?
Schulische Bildung in Zeiten demokratiefeindlicher Bestrebungen – neutral gegenüber der AfD?
Die Debatte um das Neutralitätsgebot in der schulischen Bildung ist von der AfD mit den sogenannten Meldeportalen 2018 gezielt gesetzt worden, auf denen Eltern sowie SchülerInnen aufgefordert wurden, Lehrkräfte zu denunzieren. Seitdem ist unter Lehrkräften bis hin zu Schulleitungen eine erhebliche Verunsicherung feststellbar, wenn es um die Frage geht, was mit „Neutralität“ gemeint ist.
Der schulische Bildungsauftrag basiert auf den Normen und Werten des Grundgesetzes, den dort verankerten Grund- und Menschenrechten sowie weiteren Grundprinzipien der freiheitlichen rechtsstaatlichen Demokratie. Schulische Bildung ist demnach keineswegs wertneutral, wie es auch den Schulgesetzen oder Beschlüssen der Kultusminister-konferenz zu entnehmen ist. Schulen wie auch Lehrkräfte trifft vielmehr die Verpflichtung, für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten. Nicht zuletzt als Folge einer Missinterpretation des Beutelsbacher Konsens halten Verunsicherungen von Lehrkräften in der Schule dennoch an, wenn sie die verfassungsfeindliche, menschenverachtende und demokratiefeindliche Ausrichtung des organisierten Rechtsextremismus thematisieren.
In diesem digitalen Workshop erwartet Sie ein Vortrag über das Neutralitätsgebot in der Schule, basierend auf rechtlichen Grundlagen und Diskussionen über eine praktische Umsetzung im Unterrichtsalltag sowie in Elterngesprächen. Im Anschluss an den Vortrag gibt es eine offene Fragerunde.
Dr. Hendrik Cremer ist beim Deutschen Institut für Menschenrechte und dort im Themenfeld Rechtsextremismus tätig. Sein Spiegel-Bestseller „Je länger wir schweigen, desto mehr Mut werden wir brauchen. Wie gefährlich die AfD wirklich ist“ und verschiedene weitere Publikationen beschäftigen sich mit der Frage, was mit dem Grundgesetz vereinbar ist und wie Lehrkräfte ihrem Bildungsauftrag im Schulunterricht nachkommen können.
Dr. Hendrik Cremer Deutsches Institut für Menschenrechte
- Zielgruppe: Lehrkräfte und Personal an Schulen
- Datum: 29. Januar 2026 von 14:00 bis 15:30 Uhr
- Ort: digital
- Ansprechpartnerin: Sabrina Borgstedt, sabrina.borgstedt@hochsauerlandkreis.de
Hier finden Sie das komplette Jahresprogramm vom KI HSK: Veranstaltungen & Qualifizierungen des Kommunalen Integrationszentrums


